22.11.2009 Pinkwart nach Rückkehr: "China ist aufstrebende Weltwissenschaftsnation"
NRW-Universitäten finden in China starke Partner: 14 neue Kooperationsabkommen in Forschung und Lehre
14 Kooperationsverträge, eine Vielzahl neuer Kontakte und wertvolle Eindrücke von der Dynamik der chinesischen Wissenschaftslandschaft haben Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart und seine Delegation von einer einwöchigen China-Reise mit nach Nordrhein-Westfalen gebracht. Pinkwart hatte seit vergangenem Sonntag mit zehn Universitätsrektoren und 15 weiteren Wissenschaftlern Elite-Universitäten und Forschungseinrichtungen in Peking, Wuhan und Shanghai besucht.
"China ist auf dem Weg zu einer der führenden Wissenschaftsnationen der Welt", sagte Pinkwart nach seiner Rückkehr am Sonntag. Die chinesischen Hochschulen setzen auf ähnliche Zukunftsfelder wie Nordrhein-Westfalen: Gerade in der Klima- und Energieforschung, der Bio- und der Nanotechnologie sowie der Medizinforschung unternimmt China gewaltige Anstrengungen. Etwa alle zwei Jahre verdoppeln sich in China die Investitionen in die Forschung. "Eine enge Partnerschaft macht für beide Sinn: Die Chinesen finden in unseren Hochschulen leistungsstarke Partner, und für unsere Hochschulen ist es wichtig, an der weltweiten Dynamik in der Wissenschaft teilzuhaben", sagte Pinkwart.
Die insgesamt 14 neuen Kooperationsabkommen, die NRW-Universitäten und das Forschungszentrum Jülich in China unterzeichnet haben, helfen nicht nur der Forschung. Auch die Lehre profitiert durch den verabredeten intensiveren Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. Pinkwart: "Die Internationalisierung unserer Hochschulen hat einen weiteren Schub erhalten." Dies sei nicht zuletzt mit Blick auf die wachsende Bedeutung des chinesischen Marktes für die NRW-Unternehmen von großer Bedeutung: "Viele Geschäftsbeziehungen gründen auf Kontakten, die an Hochschulen geknüpft werden – aus Studierenden werden Universitätsrektoren, Unternehmer oder, wie im Fall von Prof. Wan Gang, Forschungs- und Wissenschaftsminister", sagte Pinkwart. Pinkwart und Wan Gang, der in Clausthal-Zellerfeld studiert hat, hatten sich am Montag in Peking getroffen.
Zum Abschluss der Reise unterzeichneten am Freitag und Samstag in Shanghai die Universitäten Bochum und Bonn Kooperationsabkommen mit chinesischen Partnern. Der Bochumer Rektor Prof. Elmar Weiler verabredete mit der führenden biologischen Forschungseinrichtung Chinas, dem Shanghai Institute für Advanced Studies (SIBS), eine enge Zusammenarbeit in der Proteinforschung. Ziel der Vereinbarung ist der Aufbau eines internationalen Forschungsverbunds, der sich beispielsweise um bessere Möglichkeiten zur Früherkennung von Krebs durch innovative Mikroskopie-Techniken kümmert.
Vertreter der Universität Bonn schlossen in den vergangenen Tagen gleich vier Abkommen in China. In der Computer-Wissenschaft verabredeten die Bonner Forschungsprojekte und Studierendenaustausch mit der Shanghai Jiaotong University. Die Bioinformatiker kooperieren künftig mit einem renommierten Forschungsinstitut in Shanghai. Mit der Tongji University in Shanghai vereinbarte die Uni Bonn eine enge Zusammenarbeit in der Sprachwissenschaft. Bereits am Donnerstag hatte die Bonner Universität eine Forschungskooperation mit der landwirtschaftlichen Huazhong University of Science and Technology in Wuhan für den Bereich Tier- und Pflanzengenomik unterzeichnet.

